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Wie Stress in der Pflege vermieden werden kann

Wenn sich Angehörige um Demenzkranke kümmern, dann ist das oft nicht einfach. Das Krankheitsbild ist unter anderem mit Überempfindlichkeit und Aggressivität verbunden. Doch wie soll man damit umgehen?

Von Denise Märkisch
erschienen am 24.06.2016

Annaberg-Buchholz. In Deutschland leben derzeit 1,5 Millionen Demenzkranke. Jedes Jahr treten laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft 300.000 Neuerkrankungen auf. Für die Menschen, die sich um diese Patienten kümmern, bedeutet die Krankheit auch Stress - egal, ob es die Angehörigen oder professionelles Pflegepersonal ist.

Eine Demenzerkrankung geht mit verschiedenen Symptomen einher, erklärt Diplom-Psychologe Alexander Schmidt. Der Olbernhauer war kürzlich vom Verein zur Unterstützung Pflegender für einen Vortrag nach Annaberg-Buchholz eingeladen worden. Neben kognitiven Störungen treten auch Veränderungen der Persönlichkeit und des Körpers auf. Auch der Biorhythmus verändere sich. Das heißt, viele Patienten sind nachts aktiv, dafür am Tag schläfrig. "Jede Menge Stressfaktoren", so Schmidt. Vor allem Angehörige, die den Patienten kennen, wie er früher war, leiden oft unter diesen Veränderungen.

Ein Problem sei das Thema Schmerz. "Bei schwerer Demenz wird Schmerz nicht mehr verstanden", so der Psychologe. Zwar werde er von den Patienten wahrgenommen. Doch dieser könne sich nicht ausdrücken und schreit womöglich einfach los. Auch komme es vor, dass Schmerz völlig übersteigert - das heißt, schon bei der kleinsten Berührung - oder gar nicht mehr wahrgenommen wird. Beides ist gefährlich. "Das Problem ist nur durch Beobachtung lösbar", sagt Alexander Schmidt. So können allgemeines Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Unruhe, Ängste, Aggressivität, Schonhaltungen oder auch Pupillenerweiterungen auf Schmerzen hindeuten. Rat: Anzeichen sollten beobachtet und dokumentiert werden. Erhärten sie sich, sollte ein Arzt zurate gezogen werden.

Auch aggressives Verhalten der Demenzkranken kann schnell zum Stressfaktor werden. Die Ursachen sind vielfältig. Eine könnte sein, dass sich der Patient unwohl fühlt, weil immer wieder persönliche Grenzen überschritten werden. Berührungen intimer Bereiche und allgemeiner Körperkontakt lassen sich bei der Pflege aber nicht vermeiden. Für den Erkrankten stelle es aber immer wieder einen Schock dar, erklärt der Psychologe. Wie kann und sollte man sich bei aggressiven Übergriffen verhalten? Das wichtigste sei, sich nicht persönlich angegriffen zu fühlen. Vielmehr sollte der Patient beruhigt und abgelenkt werden - zum Beispiel mit einem Gespräch über Alltägliches. "Die Situation kann sich schnell entspannen." Manchmal helfe auch nur ein klares und lautes "Stopp". So kann man Zeit gewinnen, um sich aus einem festen Griff zu befreien. Und: Die Pflegenden sollten auch offen über ihre Erfahrungen reden, Austausch helfe.

Um unnötigen Stress zu vermeiden, sollten auch einige Sicherheitsaspekte beachtet werden. Türen unkenntlich machen, lautet ein Tipp von den Alexander Schmidt. Es könnte zum Beispiel ein Bild darauf angebracht werden. Stolperfallen und giftige Pflanzen sollten beseitigt werden. Auch Kleinteile stecken sich Demenzkranke gern in den Mund. Um bei den Patienten ein Gefühl der Geborgenheit zu erzeugen, schlägt Schmidt den Einsatz ätherischer Öle vor. Vertraute Gerüche wie Lavendel, Zitrone und Kamille können beruhigend wirken.

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Dieser Tüv kann nicht funktionieren

Bis 2019 wird ein neues System der Qualitätsprüfung für Pflege erarbeitet

Von Eva Prase
erschienen am 24.05.2016

Unwirksam und nicht aussagekräftig - seit der Medizinische Dienst alle Pflegeheime und Pflegedienste in Deutschland überprüft, gibt es diese Kritik. Sie gab es im Vorfeld der Einführung der Pflegenoten im Jahr 2009, und sie gibt es sechs Jahre und etliche Korrekturen später immer noch. Die Prüfer erscheinen - trotz gegenteiliger Aussagen - nicht unangekündigt. Die Bewertung der Pflege erfolgt fast ausschließlich aufgrund der von den Pflegekräften dokumentierten Daten. Betroffene, also die zu Pflegenden, werden kaum begutachtet. Das führte zu einheitlichen, sehr guten Pflegenoten.

Gegenwärtig konstituiert sich ein sogenannter Qualitätsausschuss, der bis 2019 ein neues System der Qualitätskontrolle erarbeiten soll. Zwischenzeitlich können sich Verbraucher über ein Portal namens "Weiße Liste" über die Qualität der Pflegeeinrichtungen informieren. Dort werden nur sogenannte Kerndaten der Pflege wie medizinische Versorgung und Betreuung für Demenzkranke berücksichtigt.

Alles in allem muss man aber konstatieren, dass der Pflege-Tüv nie funktioniert hat. Er wird auch bis 2019, also weitere drei Jahre, nicht funktionieren. Sonst brauchte man ja dann keinen neuen Tüv. Das wirft die Frage auf, ob Pflegeheime und ambulante Pflegedienste überhaupt einen Tüv brauchen.

Die Befürworter des Pflege-Tüvs argumentieren mit der Unsicherheit, der Unmündigkeit der Verbraucher: Angehörige brauchten Orientierungshilfe, sie brauchten den Tüv bei der "schwierigen Entscheidungshilfe für eine geeignete Einrichtung". Das klingt nicht falsch - ist aber auch nicht richtig. Nach der Logik müsste es auch Kita-Tüvs oder Ausbildungsplatz-Tüvs geben.

Nein, den Pflege-Tüv braucht es nicht. Er ist ein Instrument, mit dem versucht wurde, die Qualität der Pflege zu erhöhen. Der Versuch musste aus zwei Gründen scheitern. Erstens, weil er eben nicht zeigt, in welcher Einrichtung Pflege und Betreuung sehr gut und wo sie mangelhaft sind. Er scheiterte aber auch, weil die Auslastung der Heime aufgrund der Überalterung der Gesellschaft so hoch ist, dass viele Familien froh sind, überhaupt einen Platz zu bekommen. Oftmals findet diese Suche unter Zeitdruck statt. Dann spielt die Wohnortnähe für viele Angehörige, die ihre Verwandten besuchen wollen, eine größere Rolle als die Pflegenoten, von denen inzwischen bekannt ist, dass sie keine Aussagekraft haben.

Keine Aussagekraft heißt nicht automatisch, dass die Pflege mangelhaft ist und Wünsche offen lässt. In diesem Zusammenhang muss auch einmal gesagt werden, dass Pflegedienstleistungen in Deutschland wohl viel besser sind als der Ruf, den "die Pflege" genießt. Nur in wenigen Ländern gibt es eine Pflegeversicherung, dank der jedem, der bedürftig ist, ein Platz oder eine ambulante Pflege finanziert werden kann.

Damit sollen bestehende Mängel nicht kleingeredet werden: Jeder einzelne alte Mensch, der nicht angemessen medizinisch versorgt und sozial betreut wird, ist einer zu viel. Die Mängel auszuschließen - dazu braucht es vor allem ausreichend Fachkräfte, die gut motiviert sind und die alte Menschen gern betreuen. Altenpflegerinnen und -pfleger angemessen zu bezahlen und ihrer Arbeit mehr Achtung, mehr Wertschätzung zu schenken - das ist längst überfällig.

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Landeswelle Thüringen 05.06.2012  17:00 Uhr

Was sind die 3 vertrauenswürdigsten Berufe?

Krankenschwester

Pilot

Feuerwehrmann

 

Wir sind Unternehmer des Jahres 2011 der Stadt Limbach-Oberfrohna geworden.

Lesen Sie hier die Berichte von der Freien Presse, dem Stadtspiegel, dem Wochenspiegel und der Blick Lokal:

Freie Presse: 14.01.2012
Stadtspiegel: 02.02.2012
Ambulanter Pflegedienst Kändler Unternehmer des Jahres 2011 im der Freien Presse Ambulanter Pflegedienst Kändler Unternehmer des Jahres 2011 im Stadtspiegel
Wochenspiegel: 21.01.2012
Blick Lokal: 18.01.2012
Ambulanter Pflegedienst Kändler Unternehmer des Jahres 2011 im Wochenspiegel Ambulanter Pflegedienst Kändler Unternehmer des Jahres 2011 im Blick Lokal

 


 

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